Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung
 
 
 
 
 
 

FDP Kreisverband Aachen-Land

Angekommen, aber nicht am Ziel

30. Juni 2018

Berufskolleg Herzogenrath stolz auf Flüchtlingsintegration. Es bleiben Probleme.

Berufskolleg Herzogenrath stolz auf Flüchtlingsintegration.
Erfolgsmodell „Internationale Förderklasse“: Dafür wollen sich Stefan Lenzen (v.l.), Frank Schniske, Martina Hannen, Melanie Bönnighausen (8.v.l.) und Lehrerin Tina Richter (3.v.r.) weiter einsetzen. Foto: Christian Ebener.

Herzogenrath. Maler, Koch und Mechatroniker: Die Berufswünsche, die die Schüler der Internationalen Förderklasse am Berufskolleg Herzogenrath äußern, sind vielfältig. „Sie sind ein Lehrbeispiel gelungener Integration“, betonen Lehrer Frank Schniske und Schulleiter Thomas Stephan einhellig. Die Schüler, die nach Deutschland flüchteten, kommen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak.

Und obwohl die meisten von ihnen erst wenige Jahre in der Städteregion leben, sprechen sie bereits so gut Deutsch, dass sie die Landtagsabgeordneten Stefan Lenzen und Martina Hannen bei einem Besuch in der städteregionalen Einrichtung gleich mehrfach überraschten.

Die FDP-Politiker waren gekommen, um sich ein Bild von dem Projekt zu verschaffen, Probleme aufzudecken und Fragen zu beantworten – von denen es einige gab. Obwohl die Schüler quasi „nach Lehrbuch“ lebten und ihren Abschluss feierten, dominiere an vielen Stellen noch die Unsicherheit, berichtete Schniske. Die Angst vor der Abschiebung sei oft spürbar, und die Tücken der Bürokratie machten auch den Lehrern und Sozialarbeiterin Melanie Bönnighausen oftmals zu schaffen.

Ein wiederkehrendes Problem sei beispielsweise die Beschaffung der „Tazkira“. Der afghanische Personalausweis werde oftmals für Ausbildungsverträge verlangt, könne aber aus dem politisch instabilen Land kaum beschafft werden. Lenzen, der seit 2017 im Landtag sitzt, hörte mit seiner Kollegin den Ausführungen der Jugendlichen und Lehrer aufmerksam zu und stellte in der Klasse „Perspektive, Lernwille und Möglichkeiten“ fest.


„Die Schüler unserer Internationalen Förderklasse sind ein Lehrbeispiel gelungener Integration.“
Frank Schniske, Lehrer am Berufskolleg Herzogenrath

Mit einem neuen Erlass aus dem Mai sollen die bürokratischen Hürden nach Aussage der Liberalen gesenkt werden und die Ausländerbehörden weniger im Alleingang handeln – ein mühsamer Ausgleich auf Landesebene für ein dringend benötigtes Einwanderungsgesetz des Bundes, wie Lenzen wiederholt betonte. Er wolle die Probleme der Jugendlichen unkompliziert an das Ministerium herantragen, versprach er, doch bis alle systemischen Probleme beseitigt sind, könne es noch dauern.

Mit einer schulischen Ausbildung bis zur Beendigung des 25. Lebensjahres, die über die Berufskollegs realisiert werden soll, und einem breiten Angebot, das Arbeit und Schule kombiniert, sollen junge Flüchtlinge „eine bessere Perspektive erhalten“, sicherte er den Schülern zu, die teils täglich Bewerbungen schreiben, um ihre Wunschstelle zu bekommen. „Wir müssen Integrationsbereitschaft fördern und gleichzeitig Härte gegenüber Straftätern und Gefährdern zeigen“, unterstrich der Politiker.

Die Reflexion der Schüler beweise, dass die „Erfolgsgeschichte Berufskolleg“, so Hannen, dafür der ideale Träger sei. „Ich bin sehr dankbar, dass ich auf dieser Schule bin“, hieß es nicht nur einmal aus dem Kreise der Schüler. Das machte die Vertreter der Schule stolz und untermauerte zugleich den Handlungsbedarf der Politik, jungen Erwachsenen eine Möglichkeit zu geben, sich auf dem Arbeitsmarkt zu beweisen.

von Christian Ebener
Aachener Zeitung - Nordkreis, 30.06.2018

drucken

zurück

Wir im Netz...

» FDP Aachen-Land auf Facebook

Landesverband

FDP-Landesband Nordrhein-Westfalen

» www.fdp.nrw

„Europa hat seinen Preis. Es hat aber vor allem seinen Wert.“
(Guido Westerwelle)