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Förderschulen, Tihange, Gastronomie: Was der FDP wichtig ist

20. April 2017

Landtagskandidaten der Liberalen treffen sich mit Kommunalpolitikern zum Arbeitsgespräch in Simmerath. Schwerpunktthemen benannt, darunter Schulpolitik und „Tihange“.

Freie Demokraten in Simmerath
Sie kamen in Simmerath zusammen, um über die Themen der Landtagswahl zu sprechen (v. l.): Benjamin Steinborn, Christoph Küpper, Kurt Victor, Dr. Werner Pfeil, Anke Göbbels und Hermann-Josef Bongard. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Die FDP-Landtagskandidaten aus der Städteregion, Anke Göbbles und Dr. Werner Pfeil, trafen jetzt mit den FDP-Vertretern aus Monschau und Simmerath zu einem Arbeitsgespräch in Simmerath zusamen. Mit Blick auf die Eifel nannten die beiden Landtagskandidaten Themen, die ihnen wichtig sind: die Schulpolitik, insbesondere die Förderschulen, das Atomkraftwerk Tihange, die Pkw-Maut sowie Sicherheit und Gastronomie.

Die Inklusion werde von der Landesregierung zu überstürzt umgesetzt. Darauf sei man weder von der Ausbildung der Lehrer her, noch von der baulichen Ausstattung der Schulen vorbereitet. „Die Förderschüler in den Regelschulen zu betreuen, ist schwierig.“ Das bestehende System sei ohne Not aufgelöst worden, sagte Pfeil. Da sich die Klassengröße an den Regelschulen nicht ändere, sei „die Qualität, die wir an den Förderschulen hatten, so nicht zu halten“, erklärte Göbbels.

Vorher sei ein direktes Eingehen auf die Bedürfnisse der Förderschüler möglich gewesen. Während sich ein Gebäude so umbauen lasse, dass es den Bedürfnissen von Menschen mit einer körperlichen Behinderung gerecht werde, sei es inzwischen schwierig, den Menschen mit geistiger Behinderung gerecht zu werden. „Und was ist mit den anderen Kindern?“, fragte Göbbels und wies auf die Gefahr hin, einer oder beiden Gruppen nicht gerecht zu werden.

Pfeil schlug die Gründung von „Schwerpunktschulen“ und den Erhalt der noch bestehenden Förderschulen vor, „um eine Betreuung zu gewährleisten, die in den Regelschulen so nicht möglich ist“. Dann läge die Entscheidung in den Händen der Eltern. „Die wissen am besten, was für ihr Kind richtig ist“, sagte Pfeil.

Außerdem forderte Pfeil eine Gleichbehandlung und eine gute Grundausstattung aller Schulen. Gymnasien würden bei der Förderung im Vergleich zu Gesamtschulen zurückbleiben. Göbbels sprach sich im Zuge der Digitalisierung für eine stärkere Vermittlung von Medienkompetenz aus. Er forderte mit Blick auf G8 und G9, den Elternwillen in den Mittelpunkt zu stellen.

Kritisch gegenüber Maut

Beim Thema Tihange forderte Pfeil mehr Engagement der Landesregierung, die reagiere zu verschlafen. Die geplante Pkw-Maut werde sich langfristig als Papiertiger erweisen. „Wenn man Grenzen durch Mautgrenzen wieder erzeugt, hat man auch schnell wieder Grenzen im Kopf“, sagte Pfeil. Hier in der Region werde seit über 60 Jahren grenzüberschreitende Zusammenarbeit gelebt. „Nationalistische Tendenzen machen vieles kaputt. Das betrifft alle hier in der Region“, sagte Pfeil.

Die beiden FDP-Landtagskandidaten forderten eine Erhöhung der Polizeistärke und deren Präsenz. Die Polizisten müssten von Büro- und anderen Nebenarbeiten entlastet werden, „damit sie vor Ort präsent sein können“. Dies diene dem Sicherheitsgefühl der Bürger und der Abschreckung von Straftätern. Die Beamten hätten einfach zu wenig Zeit, Anzeigen zu bearbeiten und zu verfolgen, sagte Göbbels.

Mit Blick auf das Rauchverbot in Gaststätten und die geplante Einführung einer sogenannten Hygieneampel forderten die Kandidaten der FDP mehr Entscheidungsfreiheit der Gastronomen.

Aachener Zeitung, 20.04.2017

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