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Stellungnahme des FDP-Bezirksverbandes Aachen zum „Dritten Gleis“

06. Juli 2016

Stellungnahme des FDP-Bezirksverbandes Aachen zum Dritten Gleis
Nach einem von Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) in Berlin vorgestellten Entwurf zum neuen Bundesverkehrswegeplan soll das dritte Bahngleis zwischen Aachen und Köln nicht gebaut werden. Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

Region Aachen / Düren / Heinsberg. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt, dass wirtschaftliche Entwicklung immer auch mit Infrastruktur zusammenhängt. Mit der 1839 - 1843 von der Rheinischen Eisenbahn erbauten Strecke von Köln zum Grenzbahnhof Herbesthal - seit 1920 gehört er zu Belgien - mit Anschluss nach Antwerpen entstand am 15. Oktober 1843 die erste Eisenbahnlinie, die eine Außengrenze des Deutschen Bundes überschritt.

Jetzt - 173 Jahre später - besteht die Gefahr, dass Aachen „im wahrsten Sinne“ den Anschluß verliert. Sämtliche Rufe nach einem dritten Gleis werden in Berlin nicht bzw. überhört.

Die Bedeutung dieses dritten Gleises für unsere Region ist immens. Politiker, Wirtschaftslobbyisten und Zukunftsplaner wollen die Region Aachen, Düren und Heinsberg als bedeutenden Logistikstandort ausbauen. Er soll Umschlagplatz für viele der Waren werden, die aus den großen Seehäfen in Holland und Belgien weitertransportiert werden. Zwischen Heinsberg und Monschau sollen Tausende Arbeitsplätze entstehen und so den Strukturwandel nach dem Ende des Braunkohleabbaus in der Region einleiten.

Die FDP sieht in der Weiterentwicklung und dem Ausbau der Bahnstrecke zwischen Köln und Aachen also nicht nur einen dringenden sondern einen vordinglichen Bedarf und auch eine zwingende Notwendigkeit für die Weiterentwicklung der Grenzregion Aachen und der Region des Zweckverbandes Region Aachen, zu der die StädteRegion Aachen und die Kreise Düren, Heinsberg und Euskrichen gehören.

Die Untätigkeit des Bundesverkehrsministers Dobrindt, der genau dies nicht erkennt, ist für alle liberalen Politiker sowohl im Bezirk Aachen aber auch in den Niederlanden, insbesondere in Limburg, Braband und Zeeland unverständlich. Auf einer gemeinsamen Klausutagung in Gemünd im Mai 2016 wurde dieses Thema zwischen den deutschen und niederländischen Politikern schon besprochen.

In seiner Bezirksvorstandsitzung am 6. Juli 2016 bekräftigte der Bezirksvorstand Aachen im Beisein des niederländischen Vorstandsmitgliedes und Sprechers des VVD-Regionalverbandes Zuid-Nederland, Jacques-Michel Bloi, dass der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Köln und Aachen mit einem dritten Gleis eine entscheidende Bedeutung für beide Länder und beide Grenzregionen hat.

Alle sind sich einig, dass der Ruf nach einem dritten Gleis auch eine europäische Frage betrifft, nämlich die nach der Weiterentwicklung der Union im Kleinen. Hierüber sollte Berlin und Herr Dobrindt auch einmal nachdenken.

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(Hans-Dietrich Genscher)