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Obergrenze für Flüchtlinge in der Kritik

09. Mai 2017

Die Kandidaten der Region für die kommende Landtagswahl stehen am Stolberger Berufskolleg Rede und Antwort.

Obergrenze für Flüchtlinge in der Kritik
Die Landtagskandidaten aus der Region bei der Podiumsdiskussion im Berufskolleg Stolberg. Sie stellten sich den kritischen Fragen aus dem jungen Publikum. Foto: L. Otte

Stolberg. Durch die Lautsprecher im Forum des Berufskollegs hallt die Stimme einer Schülerin, klar und deutlich: „Meine Frage bezieht sich auf die Obergrenze für Flüchtlinge, die ja von vielen Parteien geplant ist. Und da würde ich gerne wissen, was ihr davon haltet?“ Ohne Förmlichkeit und Umschweife kommt die Schülerin zur Sache. Vorne gehen sechs rote Karten in die Höhe, auf ihnen steht jeweils ein Wort: dagegen.

Ein Raunen geht durch den Saal. „Wie kann es dann sein, dass diese Frage so heiß diskutiert wird, wenn eigentlich alle Parteien dagegen sind?“, hakt die junge Dame nach, und sorgt damit selbst bei den Herren auf dem Podium für einen Moment der Irritation. Die Landtagskandidaten Stefan Kämmerling (SPD), Axel Wirtz (CDU), Albert Borchardt (Die Linke), Sebastian von Waldow (FDP), Lukas Brenner (Die Grünen) und Maximilian Möhring (Piraten-Partei) ließen sich jetzt hinsichtlich ihrer politischen Ambitionen von den Schülern des Berufskollegs Stolberg und Simmerath ordentlich auf den Zahn fühlen: „Es ist an unserer Schule sehr wichtig sich einzumischen sowie selbstbestimmt und selbstentfaltet leben zu können und das kann man nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und die werden natürlich von der Politik bestimmt“, so die Schulleiterin, Ingrid Wagner, im Vorfeld.

Voll besetzt

Bernd Fiedler von der Landeszentrale für politische Bildung moderierte die Veranstaltung. Die 240 Stühle im Forum waren allesamt voll besetzt, sogar an den Fenstern standen die Schüler, um die Kandidaten mal jenseits der Wahlplakate ins Auge zu fassen und sich anzuhören, was sie zu sagen haben: „Ich freue mich darüber, dass alle Kollegen gerade die rote Karte gezeigt haben. Wir bieten in diesem Land Menschen, die auf der Flucht vor Krieg sind, Schutz und ich glaube, dass es für diese humanitäre Aufgabe, die wir als Rechtsstaat haben, keine Obergrenze geben kann“, untermauert Stefan Kämmerling seine Geste.

Albert Borchardt, der mit seiner Linkspartei für soziale Gerechtigkeit steht, betont in diesem Zusammenhang, dass es viel wichtiger sei, statt über Obergrenzen zu diskutieren, an den Kern zu gehen und Fluchtursachen zu bekämpfen.

Das ist das Stichwort für eine weitere Schülerin: „Eben wurde angesprochen, dass die Ursachen bekämpft werden sollen, und ich sehe das genauso. Nur stellt sich mir die Frage, wie es dazu kommt, dass Deutschland immer noch Waffen exportiert? Ich sehe gar keinen Sinn darin, die Probleme eines Krieges zu lösen, wenn der Waffenexport immer noch stattfindet.“ An diesem Punkt gehen die Meinungen der Politiker, wie dies in Zukunft gehandhabt werden soll, auseinander: drei dafür, drei dagegen.

Genauso kamen unterschiedliche Ansichten in Bezug auf ein geregeltes Einwanderungsgesetz, Frontex und der derzeitigen Abschiebesituation zum Ausdruck. Neben dem Thema Flucht und Asyl lag den Schülern des Berufskollegs aber vor allem noch ein weiteres auf dem Herzen: Klar, die Schulpolitik: „Ich hatte vorhin das Vergnügen, weil ich so früh da war, noch mal einen der Toilettenräume aufzusuchen und war ganz fasziniert davon, wer schon alles hier war“, sagt Sebastian von Waldow und bezieht sich damit lächelnd auf die Kritzeleien an den Wänden. An der Qualität der Ausstattungen der Bildungseinrichtungen könne man den Respekt gegenüber den jungen Menschen, die in ihrer Ausbildung stehen, erkennen.

Obergrenze für Flüchtlinge in der Kritik
Die Schüler des Berufskollegs äußern bei der Podiumsdiskussion der Landtagskandidaten mit „Dagegen-Kärtchen“ ihre Meinung. Foto: L. Otte

Hier muss sich einiges tun, da sind sich die Herren alle, trotz unterschiedlicher Herangehensweisen, einig: Unterrichtsausfälle minimieren, Lehrer einstellen, mehr Gelder für das Bildungssystem bereitstellen, die Rückabwicklung von G8, die Förderung des dualen Systems, die Aufwertung des Meisters, mehr Freiheiten für Bildungseinrichtungen und zu guter Letzt, den jungen Menschen wieder Zeit zu geben sich selbst zu finden.

Dieser Meinung ist unter anderem auch Maximilian Möhring von der Piraten-Partei. Er hat Lehramt studiert und parallel gemerkt, wie sehr ihm G8 gegen den Strich ging. Schrieb daraufhin ein neues Schulkonzept: „Den Schülern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst zu gestalten und sich selbst im Rahmen vom Schulsystem zu entdecken.“ Weg vom Auswendiglernen hin zum selbstständigen Arbeiten, so seine Devise.

Vielleicht vereinfachte dies in Hinblick Fertigkeiten wie Eigenorganisation oder Zeitmanagement auch die Situation im Studium, so dass es nicht zu so vielen Studienabbechern kommt. Hier blicken einige der Schüler mit Sorge in die Zukunft. Haben Angst zu Beginn ihres Studiums, aufgrund unzureichender Vorbereitung, tief zu fallen. Oder im Umkehrschluss: Aufgrund des NCs erst gar nicht studieren können, obwohl der Schnitt im Abi noch lange nichts darüber aussagt, wie man sich hinterher im Studium macht.

Alternativ kamen Aufnahmeprüfungen zur Sprache. Im Politikunterricht haben sich die Schüler auf die Podiumsdiskussion sowie auf die kommende Landtagswahl vorbereitet, drei Wochen lang. „Das Besondere an dieser Erfahrung heute liegt darin, dass es ein bisschen Politik zum Anfassen ist. Politik wird erlebbar. Wahrscheinlich erreicht man damit etwas mehr bei den Schülern“, sagt Lehrerin Sandra Krychowski, die zusammen mit ihrem Kollegen, Oliver Bellefroid, die Veranstaltung organisiert hat.

Als letzten Punkt forderten die Schüler ein, über die Atomkraftwerke Tihange und Doel zu sprechen: Abschalten, ja oder nein? Was wird zum Schutz, angesichts der On-Off-Praxis oder gar der Terrordrohungen, getan? „Konkrete Richtlinien zum Schutz gibt es. Das Problem ist, dass die belgischen Behörden nicht mitspielen. Das Einzige, was wir tun können ist, eine Hochspannungsleitung nach Belgien zu legen, damit auch deren Stromversorgung gesichert ist“, äußert der 21-jährige Lukas Banner von den Grünen und betont in Bezug auf die eingereichten Klagen der Städteregion, dass das kein Thema sei, was jetzt grün, rot oder schwarz ist, sondern alle beträfe.

Die Schüler schienen nach der Diskussion weitgehend zufrieden: „Es war auf jeden Fall für die kommende Wahl sehr interessant und informativ“, findet Isabell Günther. Eine etwas andere Ansicht vertritt dagegen Sebastian Möll: „Meine Erwartungen wurden erfüllt, allerdings hatte ich das Gefühl, dass die konkreten Pläne hinsichtlich der Umsetzung ein bisschen außen vor blieben“, so der 25-Jährige. Dennoch der verbale Schlagabtausch der Landtagskandidaten verlieh Aufschluss, wie Axel Wirtz es während der Podiumsdiskussion formulierte: „Es ist eine ganz wichtige Aufgabe von Politik, Antworten auf die Entwicklungen der Zeit zu geben.“

von Leona Otte
Stolberger Zeitung, 09.05.2017

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