FDP Kreisverband Aachen-Land

Liberale Frauen besichtigen das Kraftwerk Weisweiler

09. September 2017

Besuch des Kraftwerks Weisweiler am 07.09.2017
Besuchergruppe der Liberalen Frauen bei der Besichtigung des Kraftwerks Weisweiler. Weitere Bilder finder Sie unter www.flickr.com/photos/liberale-frauen-nrw. Fotos: Stefan Steins

Eschweiler. Auf Einladung der Liberalen Frauen haben am vergangenen Donnerstag etwa 20 Teilnehmer das Braunkohlekraftwerk des RWE am Standort Weisweiler besucht.

Stefan Lenzen MdL, der seit 2017 dem Landtag NRW angehört, nahm die Gelegenheit ebenso wahr, wie auch die Bundestagskandidatin aus Düren, Katharina Kloke und der Kandidat für den hiesigen Wahlkreis, Frank Schniske, um sich vor Ort über die Zukunft des Kraftwerksstandortes zu informieren.

Der Referent Max Bernrath, stellvertretender Kraftwerksleiter, gab zunächst einen allgemeinen Überblick in die Arbeits- und Produktionsabläufe der Energieerzeugung, bevor er auf energiepolitische Fragen einging.

Der Kraftwerksstandort Weisweiler blickt auf eine lange Tradition zurück. Nach dem Beginn des Braunkohlentagebaus Zukunft im Jahre 1909 wurde hier 1914 zum ersten Mal Strom erzeugt. Heute erbringen je zwei 300- und 600-Megawatt-Blöcke eine Gesamtleistung von 2.350 Megawatt.

Neben der reinen Stromerzeugung mit Braunkohle betreibt die RWE Generation zusätzlich zwei Vorschaltgasturbinen, vermarktet Fernwärme an die Stadt Aachen und das Forschungszentrum Jülich, verwertet Papier- und Klärschlamm zur Energiegewinnung und bedient die Müllverbrennungsanlage Weisweiler.

Pumpspeicher nicht wirtschaftlich

Größtes Sorgenkind stellen aus Sicht der Kraftwerksbetreiber die erneuerbaren Energien aus Wind- und Sonnenkraft dar, welche die konventionellen Kraftwerke wegen niedriger Strompreise durch die Konstruktion des EEG, immer weiter verdrängen. Doch bis heute können alternative Energiequellen nur einen geringen Anteil des Strombedarfs abdecken. Speichertechniken, wie z.B. Pumpspeicher, sind wegen zu hoher Produktionskosten unwirtschaftlich und eignen sich daher nicht zur Speicherung von regenerativen Energien.

Die Versorgungssicherheit kann also bis auf Weiteres nur mittels konventioneller Kraftwerke sichergestellt werden. Bereits 16 Kraftwerksblöcke sind zur Umsetzung der CO2-Klimaziele in Deutschland abgeschaltet worden, einige von ihnen in Kaltreserve. Diese können im Falle eines Engpasses aus ihrer Sicherheitsbereitschaft jederzeit hochgefahren werden. Die Energiewende, die von RWE mitgetragen wird, kann nur gelingen, wenn parallel der Netzausbau und die Forschung in effektive Speicher vorangetrieben werden.

Flexible Laständerungsgeschwindigkeiten

In Weisweiler reagiert man auf mögliche Lieferengpässe mit flexiblen Laständerungsgeschwindigkeiten, die durch Zuschalten von Gasturbinen aufgefangen werden können. Michael Lehmann, Betriebsratsvorsitzender des Kraftwerkes Weisweiler führte die Besuchergruppe im Anschluss durch das Kraftwerk Weisweiler.

Überwältigend muteten die riesigen Turbinensätze in der Maschinenhalle an, die gewaltigen Brennkessel, die im Tragwerk aufgehängt sind und nicht zuletzt der Blick aus 130 Metern Höhe auf die umliegende Landschaft.

Computer halten Einzug in die Leittechnik

Moderne Informationstechnik hat auch in der neuen Leitstelle „Gustav-Heinrich“ des Kraftwerks Einzug gehalten, wo sämtliche Kraftwerksabläufe zentral gesteuert werden. Dort blickt man heute auf Wände von Monitoren mit digitalen Schaltplänen. Immer wieder wurde investiert um das Kraftwerk moderner zu machen und an die Anforderungen für die Energiewende anzupassen.

Es gibt schon heute gute Konzepte, wie man den Standort Weisweiler nach der Auskohlung des Tagebaus Inden im Jahre 2030 sinnvoll nutzen könnte. Doch liegt die Verantwortung letztlich bei den Landes- und Kommunalpolitikern, den bevorstehenden Strukturwandel in unserer Region für die nächste Generation gewissenhaft vorauszuplanen.

Dagmar Göbbels, stv. BV-Vorsitzende der Liberalen Frauen in Aachen, bedankte sich am Ende der Veranstaltung im Namen aller Teilnehmer bei den Referenten für den lehrreichen Vortrag und die hochinteressante Führung.

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