FDP Kreisverband Aachen-Land

Frank Schniske von der FDP kandidiert erstmals für den Bundestag

18. September 2017

Frank Schniske von der FDP kandidiert erstmals für den Bundestag
Bemüht sich erstmals um ein Mandat im Bundestag: Berufsschullehrer Frank Schniske. Foto: Verena Müller

Herzogenrath. Den Seehof in Herzogenrath hatte sich der FDP-Bundestagskandidat Frank Schniske als Treffpunkt für ein Gespräch ausgesucht, weil er „gerne unter Menschen ist“, wie er sagt. Der Katschhof in Aachen wäre ihm noch lieber gewesen, aber da war ihm Andrej Hunko (Die Linke) zuvorgekommen.

Wahnsinnig viel los ist zwar am frühen Nachmittag im Seehof nicht, aber immerhin gibt es eine konstante Geräuschkulisse im Hintergrund. Die dürfte Schniske gewohnt sein als Lehrer für Wirtschaft und Politik an der Berufsschule in Herzogenrath. Ob er da den Parteinachwuchs heranzieht?

Schniske lacht und winkt ab. „Nee, nee, das muss man strikt trennen“, sagt er. „Aber ich sage den jungen Leuten immer: ,Geht in eine Partei. Ihr müsst Euch einbringen!‘ Wenn ich dann nach meinem politischen Engagement gefragt werde, kann ich nicht sagen, nichts zu machen. Man muss das schon vorleben, was man von anderen fordert.“

Schniske kandidiert zum ersten Mal für den Bundestag. Seit 2008 ist er Parteimitglied. Politik habe er immer machen wollen, sagt der heute 43-Jährige, und für die Kandidatur sei es jetzt genau der richtige Zeitpunkt gewesen: Von seiner Frau getrennt, frage gerade niemand danach, wann und wie oft er abends unterwegs sei.

Es liegt ein bisschen auf der Hand, dass für ihn vor diesem Hintergrund das Thema Abschaffung des Residenzmodells und Einführung eines Wechselmodells für getrennte Paare bei der Erziehung gemeinsamer Kinder eine Herzensangelegenheit ist. „Wenn man das einmal erlebt hat, weiß man, wofür man kämpft“, sagt Schniske.

Vor dem Gesetz seien in dem Fall eben nicht alle gleich. Sein Sohn ist fünf, ihn nur alle 14 Tage zu sehen hält er für falsch. Nicht nur aus Vätersicht, sondern auch mit Blick auf die Entwicklung des Kindes. „Dass Väter Unterhalt zahlen müssen, steht außer Frage“, betont er in dem Zusammenhang.

Zweites Thema, auch nicht ganz überraschend: Bildung. „Wir müssen den Bildungsföderalismus beenden“, fordert der Liberale. Es könne nicht angehen, dass die wichtigste Aufgabe im Land auf die schwächsten Glieder abgewälzt wird.“ Bei der Bausubstanz angefangen bis hin zur Kostenübernahme von Lehrerfortbildungen sei der Bund gefragt. Jeder Schüler habe ein Recht auf „Top-Bedingungen“, wie Schniske sagt.

Für seinen Wahlkreis hält er grenzüberschreitende Vernetzung für immens wichtig. „Wir haben hier im Dreiländereck eine Perle, die wir gar nicht zu schätzen wissen.“ Mal eben im Nachbarland im Möbelhaus einzukaufen, sei längst nicht der einzige Vorteil, den man aus den geöffneten Grenzen ziehen könne. Was auf der einen Seite längst Alltag ist, scheint auf der anderen Seite aber noch nicht in allen Lebensbereichen selbstverständlich zu sein: „Bewerbungen enden immer noch an der Grenze“, weiß Schniske.

Niederländisch-Unterricht an Schulen zu etablieren, sei ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung. Die Einführung einer Maut das Gegenteil. „Ganz furchtbar“, findet Schniske das Szenario, „nur weil eine Regionalpartei in Bayern kein anderes Thema hat.“

Chancen: gering

Seine Chancen, ein Mandat zu erlangen, sind gering, da ist Schniske realistisch. „Ein Kollege von mir, der einen aussichtsreicheren Listenplatz hat, hat vorsorglich schon mal einen Flug für Montag nach der Wahl nach Berlin gebucht“, erzählt Schniske und lacht. Solche Gedanken müsse er sich wohl eher nicht machen. Neid ist da nicht zu spüren. „Ziel ist, in den Bundestag zu kommen und wieder eine liberale Stimme zu haben. Alles andere ist zweitrangig“, findet Schniske.

Zwar würde er gerne bei den Erststimmen über die Fünf-Prozent-Hürde „hüpfen“, aber wahrscheinlicher sei, dass er Montag einfach wieder im Klassenraum stehe. Außerdem mache ihm die Lokalpolitik großen Spaß. Sein schönstes Erlebnis: Als aus einem Schlammplatz an einer Kita in Kerpen endlich ein vernünftiger Parkplatz gemacht wurde.

„Die Eltern steigen aus ihren Autos und freuen sich“, das sei sein erster Erfolg gewesen. Damals war er im Ortsverband Kerpen aktiv, heute sitzt er als sachkundiger Bürger im Städteregionstag und beschäftigt sich mit sozialen Themen. Die Erfahrungen, die er nicht nur hier, sondern auch im Wahlkampf sammle, könne man sicher an anderer Stelle für sich nutzen. „Wenn‘s für den Bundestag nicht reicht, trete ich deshalb nicht aus der FDP wieder aus“, sagt Schniske.


In Köln geboren, in der Euregio zu Hause

Frank Schniske, 43, ist in Köln geboren und in Frechen aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er in Aachen Wirtschafts- und Politikwissenschaften auf Lehramt.

In seiner ersten Zeit an der Berufsschule Herzogenrath (ab 2002 bis heute) pendelte er zwischen Kerpen und der Arbeit, inzwischen wohnt er in Würselen.

Schniske ist geschieden und hat einen fünfjährigen Sohn.

Seit 2008 ist er Mitglied der FDP. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbandes Herzogenrath, Beisitzer im Kreisvorstand Aachen-Land und Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und demografischer Wandel in der Städteregion.

von Verena Müller
Aachener Zeitung, 18.09.2017

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