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FDP Kreisverband Aachen-Land

Grenzüberschreitende Anerkennung von Berufsabschlüssen in der Grenzregion

28. Februar 2018

Antrag der FDP-Fraktion in der StädteRegion Aachen

FDP

Sehr geehrte Frau Harst,
sehr geehrte Frau Paul,

der Städteregionstag möge beschließen, einen Arbeitskreis mit IHK und HWK einzurichten, um Probleme der gegenseitigen, grenzüberschreitenden Anerkennung von Berufsabschlüssen aufzuzeigen.

Hierbei ist beispielsweise zu erörtern, welche Zusatzmodule jeweils eingeführt werden müssen, um gleichwertige Abschlüsse auf allen Seiten der Grenze zu erhalten. Außerdem muss das Angebot bi- und tri-nationaler Berufsabschlüsse erheblich erweitert werden und es muss mehr Möglichkeiten sowie eine größere Bereitschaft zu grenzübergreifenden Praktika geben.

Sämtliche Maßnahmen sollen zu einem einheitlichen, innovativen und zukunftsfähigen Standard in der Grenzregion führen, um eine international wettbewerbsfähige grenzüberschreitende Bildungs-, Ausbildungs- und Wissenschaftsregion zu etablieren.

Begründung

Die FDP Fraktion setzt sich für die Grenzüberschreitende Anerkennung von Berufsabschlüssen in der Grenzregion ein, damit NRW sich zur führenden Bildungs-, Ausbildungs- und Wissenschaftsregion weiterentwickeln kann.

Wir befinden uns in einem Wettbewerb der Regionen um die besten Schülerinnen und Schüler. Die IHKs bestätigen, dass Ausbildungsplätze in der Region nicht alle besetzt werden können. Junge Auszubildende wählen Ihre Ausbildungsplätze häufig in Abhängigkeit von Wohnortnähe, Sprache und angebotenen Zusatzqualifikationen.

Gerade hier ist es von besonderer Bedeutung, dass junge Menschen ermutigt werden, ihre Ausbildung auch in den nahegelegenen Nachbarländern zu absolvieren. Damit dies gelingen kann, müssen bürokratische Hürden abgebaut und landesspezifische rechtliche Regelungen vereinheitlicht werden.

Eventuellen Sprachbarrieren kann man durch ein Angebot spezieller Sprachkurse entgegenwirken. In diesem Aspekt kommt den Berufsschulen eine besondere Verantwortung zu, da der Spracherwerb zwar von zentraler Bedeutung ist, aber nicht zu Lasten der fachlichen Lehreinheiten der Ausbildungsberufe gehen darf.

Auch der Ausbau von bi- und tri-nationalen Berufsabschlüssen kann die Region als Bildungs- und Ausbildungs-Region attraktiver gestalten, da so ein breiteres und international einzigartiges Angebot geschaffen wird, damit junge Menschen ihre Ausbildung hier in der Region gern absolvieren.

Von einer Ausweitung der Möglichkeit grenzübergreifender Praktika profitieren sowohl Schülerinnen und Schüler, als auch die Ausbildungsbetriebe. Hier können einerseits Sprachbarrieren und Hemmnisse aufgrund unterschiedlicher und zum Teil fremder Rechtslagen im Heimatland und dem Land des Praktikumsbetriebs abgebaut werden. Andererseits können Ausbildungsbetriebe aus einem breiteren Pool an möglichen Auszubildenden schöpfen, damit nicht mehr so viele Ausbildungsstellen in der Region unbesetzt bleiben und beispielsweise das Handwerk in der Region zu neuer Stärke gelangen kann.

Die FDP-Fraktion sieht dringenden Handlungsbedarf, um den Ansprüchen der künftigen Auszubildenden und der Ausbildungsbetriebe gerecht zu werden. Aufgrund der sehr zahlreichen Aspekte, die hier zu berücksichtigen sind, ist eine detaillierte Ausarbeitung innerhalb eines Arbeitskreises mit IHK, HWK, Berufsschulen und entsprechenden Vertretern aus Belgien und den Niederlanden notwendig.

Mit freundlichen Grüßen

gez.
Dr. Werner Pfeil
stellv. Fraktionsvorsitzender

» Antrag vom 01.02.2018 (PDF-Datei, 516 KB)

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