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108 Millionen Euro für den falschen Busfahrplan

21. Mai 2026

FDP-Fraktionsvize Franziska Müller-Rech kritisiert die geplanten ABC-Klassen als teure Fehlkonstruktion und fordert mehr Sprachförderung direkt in den Kitas

Franziska Müller-Rech
Franziska Müller-Rech MdL, Sprecherin für Schule, Sprecherin für Gleichstellung und Queerpolitik. Foto: FDP

Düsseldorf. Schul- und Familienausschuss des Landtags haben heute Sachverständige zu den von der schwarz-grünen Landesregierung geplanten ABC-Klassen angehört.

Dazu erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion NRW:

„Die heutige Anhörung hat deutlich gemacht: Es ist nicht hinnehmbar, dass rund ein Drittel der Kinder bei der Einschulung nicht über ausreichende Deutschkenntnisse oder grundlegende Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen verfügt. Ebenso deutlich war aber auch die Kritik am Gesetzentwurf der Landesregierung. Gut gemeint reicht nicht aus. Die Sachverständigen waren sich einig, dass dieser Gesetzentwurf durchweg schlecht gemacht ist. Er wird keine Probleme lösen, sondern noch neue schaffen. Die geplanten ABC-Klassen sind der falsche Weg.

Statt die Verantwortung immer stärker in die Schule zu verlagern, müsste Sprachförderung dort ansetzen, wo sie am wirksamsten ist: in den Kindertagesstätten. Viele Kita-Träger leisten hervorragende Arbeit, etwa mit standardisierten Bildungsdokumentationen. Darauf lässt sich aufbauen und genau dort müssen Qualität und Ressourcen gestärkt werden. Stattdessen schafft die Landesregierung neue schulische Parallelstrukturen mit erheblichem organisatorischem Aufwand. Sie will für 108 Millionen Euro Kinder zweimal die Woche mit Bussen von der Kita in die Schule und wieder zurück befördern. Das ist die teuerste Bildungsreise des Landes und überzeugt weder fachlich noch praktisch. Die Landesregierung offenbart damit ein tiefes Misstrauen gegenüber der frühkindlichen Bildung und ihren Trägern.

Offen bleibt weiterhin die Frage, wie künftig mit Kindern umgegangen werden soll, die keine Kita besuchen. Gerade für diese Gruppe braucht es tragfähige und verbindliche Lösungen. Hier erwarten wir von der Landesregierung endlich konkrete Antworten statt neuer Zuständigkeitsdebatten.

Die Sprachförderung im Kita-Alter gehört in die Kita. Für schulpflichtige Kinder, die noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, wollen wir Freie Demokraten ein Schulfähigkeitsjahr in der Grundschule einführen.“

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