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Mehr Platz für mehr Auszubildende

23. Januar 2021

Luisenhospital erhält 2,8 Millionen für Umbau und Konzepte. Hebammenschule wird geschlossen.

Aachen. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, baut die Christliche Bildungsakademie für Gesundheitsberufe (CBG) am Luisenhospital ihr Ausbildungsangebot aus. Das Landesgesundheitsministerium stellt 2,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hebammen-Ausbildung wird jedoch bald auslaufen.

Ziel sei es, alle interessierten und motivierten Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen, erklärt Jochen Vennekate, Geschäftsführer der CBG.
Darum werden insgesamt 139 neue Ausbildungsplätze mit verschiedenen Schwerpunkten neu geschaffen. Durch die neuen Angebote in der CBG soll eine Differenzierung ermöglicht werden, so dass auch Menschen mit unterschiedlichen Schulabschlüssen und verschiedenen Lebensrealitäten Zugang zum Pflegeberuf erhalten, beispielsweise durch Ausbildung in Teilzeit. „Dies erschließt uns zusätzliche Zielgruppen, trägt in vielen Fällen zur Sicherung des Ausbildungserfolgs bei und verhindert Ausbildungsabbrüche“, sagt Vennekate.

Für die Umsetzung ist eine räumliche Erweiterung nötig: Geplant ist ein dreigeschossiger Erweiterungsbau an das bestehende Gebäude.

Als das CBG das „Haus Georgi“ 2012 bezog, standen noch erhebliche Raumreserven zur Verfügung. Während der vergangenen acht Jahre wurde die Anzahl der Aus- und Weiterbildungsteilnehmer deutlich gesteigert, um insgesamt 185 Prozent, rechnet die Einrichtung vor. Aktuell bietet die CBG die Ausbildung zur Pflegefachkraft, in der Hebammenkunde, in der operationstechnischen Assistenz sowie in der Podologie an.

„Ich freue mich, dass das Gesundheitsministerium die gute Arbeit der CBG auszeichnet, indem es für den Anbau eine Fördersumme in Höhe von knapp über 2,8 Millionen Euro zur Verfügung stellt“, erklärt Werner Pfeil, Landtagsabgeordneter der FDP. Dieser hatte sich auch für den Erhalt der Ausbildungsplätzen von Hebammen in der Region Aachen starkgemacht (wir berichteten mehrfach) – und genau aus diesem Bereich wird sich die CBG künftig zurückziehen. Als Grund nennt die Geschäftsführung die Akademisierung des Hebammenberufs durch eine neue EU-Richtlinie. „Mir blutet das Herz“, erklärt Susanne Peters, Dozentin an der Hebammenschule und langjährige Leiterin der Schule. „Ich habe diese Schule mit aufgebaut, und daher ist diese sich bereits lang angedeutete Entwicklung für mich jetzt ein schmerzvoller Abschied“, beschreibt sie. Denn die Hebammenkunde hat am Luisenhospital und an der CBG eine lange Tradition. 1983 gegründet, ist sie die erste und einzige Hebammenschule in der Region.

Laut EU-Richtlinie und dem Willen des Bundes steht eine vollständige Akademisierung der Ausbildung bevor. Ab 2022 hat das Land in NRW 250 Studienplätze geschaffen, 40 davon entstehen an der Medizinischen Fakultät der RWTH. Aber, so argumentiert man an der CBG: Hebammen brauchen die Praxis. „Wir wollen diesen Schatz an geburtshilflicher Erfahrung, die unser bewährtes Hebammenteam im Umgang mit den Schülerinnen gesammelt hat, auch in Zukunft an Studierende weitergeben. Unser Ziel muss es sein, dem Leitbild des Luisenhospitals, – ganz nah am Menschen – auch in der Geburtshilfe treu zu bleiben. Das wollen wir auch den Studentinnen vermitteln“, sagt Heide Stadelmann, langjährige Hebamme, die auch für die Leitung der Hebammenschule zuständig ist.

Der akute Bedarf an Hebammen sei in der Städteregion augenfällig, heißt es aus dem Luisenhospital. Aktuell läuft dort die Bewerberphase für die letzte nicht akademisierte Ausbildung an der CBG.

Aachener Zeitung, 22.01.2021

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