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17. September 2021

Bundestagswahl 2021: Birgit Haveneth, FDP-Kandidatin im Altkreis Aachen, im Porträt

Birgit Haveneth
Schöpft aus ihrem reichen Erfahrungsschatz als Personalleiterin und Mutter: Birgit Haveneth (46/FDP) will die Arbeitswelt modernisieren.

Roetgen. Birgit Haveneth aus Roetgen will für die FDP in den Bundestag. Die Personalleiterin eines Aachener Unternehmens schöpft als Mutter von vier Kindern aus einem reichen Erfahrungsschatz, wenn es darum geht, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Vier Kinder, eine Vollzeitbeschäftigung in führender Position – und dann auch noch Politik? Birgit Haveneth lacht, wenn ihr Gegenüber fragt: Warum tut man sich das an? „Ja, zugegeben – das frisst tatsächlich sehr viel Zeit. Ich habe zur Politik gefunden, als die Kinder noch klein waren“, sagt die FDP-Politikerin. „Dann hat sich diese Tätigkeit deutlich zeitintensiver entwickelt, als ich mir das ursprünglich gedacht hatte.“

Die heute 46-Jährige kandidiert vor acht Jahren im Wahlkreis Aachen I das erste Mal für den Bundestag, setzt später dann für eine Weile aus, um dann im vergangenen Jahr die Führung des Roetgener FDP-Ortsverbands zu übernehmen.

„Wenn einem politische Arbeit Spaß macht, dann fehlt sie einem auch – auch wenn es zeitlich eine große Belastung ist.“ Sie habe sich einbringen wollen und „den Kindern vorleben, dass nur meckern darf, wer sich auch engagiert“.

Seit fünf Jahren lebt die Personalleiterin eines Aachener IT-Unternehmens nun im „Tor zur Eifel“. Aufgewachsen ist Birgit Haveneth im Schatten des Aachener Doms. „Mit wachsender Kinderschar sind wir dann immer weiter aufs Land gezogen.“ Ihre Kinder sind inzwischen 13, 15, 21 und 23 Jahre alt. Für die FDP-Politikerin war der Nachwuchs dennoch nie ein Argument gegen die eigene Karriere.

„Ich habe immer gearbeitet, mit wechselndem Stundenumfang. Ich hatte allerdings einen sehr fortschrittlichen Arbeitgeber, der das schon vor 15 Jahren gefördert hat.“ Ohne Homeoffice wäre das nicht möglich gewesen, sagt Haveneth, die aus der eigenen Erfahrung als Personalerin und Mutter in der Politik für eine weitere Modernisierung des Arbeitslebens kämpfen will. Für die Libeale ist das ein Schlüssel im Kampf gegen den Fachkräftemangel.



„Ich selbst bin der beste Beweis, dass man sich selbst aus eigener Kraft etwas aufbauen kann.“
Birgit Haveneth (FDP), Direktkandidatin für den Wahlkreis Aachen II
 

„Weil Karriere und Privates zusammenpassen müssen“, ist auf ihren Wahlplakaten zu lesen. „Die Erfahrungen während der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass die Arbeit im Homeoffice enorme Vorteile bietet. Inzwischen ist auch das Vertrauen gewachsen. Wir müssen jetzt alle digitalen Möglichkeiten nutzen und gleichzeitig Gesetze und Vorschriften so anpassen, dass dies auch möglich wird und wir nicht in einer Grauzone agieren“, sagt Haveneth. „Ich selbst arbeite in einem zeit- und ortsflexiblen Arbeitsmodell. Anders könnte ich auch nicht in Vollzeit und Führungsverantwortung arbeiten, obwohl ich Familie und Kinder habe.“

Dies sei längst kein „Frauenthema“ mehr, sondern eines, das alle betrifft. „Immer mehr Männer nehmen ja auch Elternzeit.“ Gesetze, die beispielsweise die tägliche Maximalarbeitszeit festlegten, seien da kontraproduktiv. Auch das sogenannte Telearbeitsgesetz bilde nicht mehr die Arbeitswirklichkeit ab. „Das macht es vielen Beteiligten schwer.“

Die Liberalen setzten traditionell nicht auf Verbote, „sondern wir kommen den Menschen auch beim Klimaschutz mit Vernunft und Vertrauen entgegen“. Das sei auch für viele junge Menschen der „Generation Greta“ wichtig. „Die Angst davor, dass Mobilität abseits der großen Städte unbezahlbar wird, ist groß.“ Gerade der normale Mittelstand habe nicht unerhebliche Angst, im Ringen um mehr Klimaschutz abgehängt zu werden.

Was ihre persönlichen Chancen auf ein Bundestagsmandat angeht, so macht sich die Roetgenerin nichts vor. Auf der Landesliste belegt sie einen der hinteren Plätze – auch weil sie selbst es so wollte. Und eine Direktwahl im Wahlkreis Aachen II dürfte allenfalls eine theoretische Möglichkeit sein. „Es geht mir in erster Linie darum, mit dieser Kandidatur meine Themen voranzubringen und für Werte einzustehen“, sagt Haveneth ganz offen.

Überraschungen erlebt sie dennoch dieser Tage, und meist sind sie positiv. Etwa beim „Markt der Parteien“ in den Berufskollegs in Alsdorf und Herzogenrath, wo die Liberalen aus einer Abstimmung von mehr als 300 Schülerinnen und Schülern als stärkste Kraft hervorgingen. „Als FDP erwartet man das nicht unbedingt. Die Jugendlichen waren aber sehr offen und sind nicht mit vorgefertigten Meinungen in die Debatte gegangen.“

Die FDP als Partei der Wirtschaft, der Besserverdienenden, gar der Reichen? Für Haveneth ist das ein altes Zerrbild. „Ich selbst bin der beste Beweis, dass man sich selbst aus eigener Kraft etwas aufbauen kann.“

von Marco Rose
Aachener Zeitung, 16. Sptember 2021

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