FDP Kreisverband Aachen-Land

Stützkurse an den Berufskollegs der StädteRegion Aachen schaffen

18. Mai 2021

FDP-Fraktion in der StädteRegion Aachen

Antrag der FDP-Fraktion in der StädteRegion Aachen vom 18. Mai 2021

Sehr geehrter Herr Emonds,

wir möchten Sie freundlich bitten, den Tagesordnungspunkt „Stützkurse an den Berufskollegs der StädteRegion Aachen schaffen“ in die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Schule, Bildung, Wissenschaft und Kultur am 09.06.2021 aufzunehmen.

Beschlussvorschlag:

  1. Der Ausschuss für Schule, Bildung, Wissenschaft und Kultur nimmt zur Kenntnis, dass bedingt durch die Corona-Pandemie ein erhöhter Bedarf an Stützkursen für die Schülerinnen und Schüler an den Berufskollegs der StädteRegion Aachen besteht.
  2. Der Ausschuss beauftragt die Verwaltung, Kontakt mit dem Lehrerbildungszentrum der RWTH Aachen aufzunehmen und einen Pool aus Lehramtsstudentinnen und -studenten zu bilden, die Interesse an der Betreuung von Stützkursen an den Berufskollegs hätten.
  3. Der Ausschuss beauftragt die Verwaltung, Fördermittel aus dem Landesprogramm „Extra-Zeit zum Lernen in NRW“ sowie andere relevante Fördermittel zu beantragen.

Begründung:

Bedingt durch die Corona-Pandemie ist an den Schulen viel Präsenzunterricht ausgefallen. Laut Deutschem Lehrerverband haben die Schülerinnen und Schüler in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf rund die Hälfte ihrer Schulstunden im Präsenzunterricht verzichten müssen.

Auch wenn an den Berufskollegs der StädteRegion ein Großteil dieser Stunden digital erteilt wurde, so haben viele Schülerinnen und Schüler bedingt durch die belastende Situation Bildungslücken aufgebaut, weiche die Bildungschancen im kommenden Schuljahr 2021/2022 vermindern und unter Umständen geplante Abschlüsse in Gefahr bringen könnten.

Da sich nicht jeder Haushalt Unterstützung bei privaten Nachhilfeinstituten leisten kann und die fachliche Verzahnung zwischen Nachhilfelehrer und Schule oftmals nicht gewährleistet werden kann, wäre es deutlich sinnvoller, Stützkurse an den jeweiligen Berufskollegs anzubieten.

Unterrichtet werden könnten diese Stützkurse von Studentinnen und Studenten aus den Lehramtsstudiengängen der RWTH Aachen. Viele Studentinnen und Studenten haben wegen der Pandemie ihre Nebenjobs verloren und könnten über die bezahlte Unterrichtstätigkeit einen Teil des Ausfalls kompensieren. Vorteilhaft wäre es ebenso, dass schon während der Studienzeit Kontakte zu den Schulen sowie den Lehrerinnen und Lehrern aufgebaut würde sowie Unterrichtserfahrungen mit Schülerinnen und Schülern gesammelt werden könnte.

Zusätzlich ist denkbar, den Studentinnen und Studenten eine Bescheinigung über Unterrichtstätigkeit auszustellen, welche einer späteren Bewerbung beigelegt werden kann. Für die Vermittlung ist es sinnvoll, wenn die Verwaltung mit Hilfe des Lehrerbildungszentrums der RWTH Aachen einen Pool an interessierten Studentinnen und Studenten errichtet, auf den die Schulleitungen der Berufskollegs zurückgreifen können.

Das Land NRW stellt über das Programm „Extra-Zeit zum Lernen“ 36 Millionen Euro zur Verfügung. Antragsberechtigt sind öffentliche Träger. Die Förderung betrifft Gruppenlernangebote auch für Schülerinnen und Schüler von berufsbildenden Schulen. Ebenso stellt der Bund den Ländern in seinem „Aufholprogramm“ eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Die FDP-Fraktion ermächtigt die Verwaltung, einen vom zuvor formulierten Beschlussvorschlag abweichenden Beschlussvorschlag in die Sitzungsvorlage aufzunehmen, sofern dieser abweichende Beschlussvorschlag entsprechend begründet wird.

Mit freundlichem Gruß

gez.
Georg Helg
Fraktionsvorsitzender

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dass heute Ihre Ausreise...“
(Hans-Dietrich Genscher im September 1989)